Wissensmanagement: Neu gedacht und neu gemacht

Es ist ein Privileg: Als Berater für Wissen und Lernen bekommt man einen tiefen Einblick in mittelständische Unternehmen. Wenn es um das Thema Wissensmanagement geht, verspüre ich eine gewisse Unsicherheit. Der Grund ist, dass die meisten Firmen sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen. Man weiß, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Allerdings erschien das Thema scheinbar so komplex, dass die Projekte bisher weitestgehend im Sande verlaufen. „Da sind wir schon seit Jahren dran“, laute die typische Aussage. Dabei werden die Themen Wissens- Dokumenten- und Lernmanagement vermischt, ohne jedoch eine Gesamtlösung zu kennen. Denn bislang gab es die Themen auf System und Methodenebene nur einzeln zu haben. Andererseits zeigt dies, dass die Wünsche für eine smarte 360 Grad-Lösung durchaus vorhanden sind.

Die Corporate L&D steht zunehmend unter Druck. Das Management erwartet die Fähigkeit, auf schnell veränderbare Geschäftsmodelle vorbereitet zu sein, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten und auf die Ankunft der Millennials als größte Generationsgruppe vorbereitet zu sein. Eine Studie der Brandon Hall Group (The successful switch) zeigt, dass 44% der führenden befragten Unternehmen ihr Wissens- und Lernmanagement in den nächsten 18-24 Monaten austauschen wollen. Die größten Bedenken liegen im Austausch der Verkopplungen mit anderen Systemen. Doch der Digitalisierung sei Dank, geraten diese scheinbaren Probleme in den Hintergrund. Denn erstens gilt bei der Entwicklung moderner Systeme heute „API first“ (die Schnittstellenproblematik ist relativiert) und zweitens würde man sich heute nicht mehr für eine Software im klassischen Sinne, sondern für eine „App“ - also einen Webservice- entscheiden. Damit ist die Integration verschiedener Services berechenbar.

Um die prozessuale Seite ebenso entspannt umsetzen zu können, habe ich für die Einführung oder Reorganisation von Wissensmanagement in meinem Wima-Plus Handlungsmodell zusammengefasst, mit dem der Lifecycle zum Aufbau von strukturiertem und allgegenwärtigem Wissen visualisiert wird. Passend zum Modell soll nun eine Webinar-Reihe entstehen, wobei jede Station im Wima-Plus Modell eine Webinarfolge wird.

Aktiv gesteuerte Wissensentstehung ist ein wesentlicher Teil des modernen Wissensmanagements. So wird mit diesem Modell klar, dass Wissens- Lern- oder Dokumentenmanagement isoliert betrachtet nicht zum gewünschten Erfolg führen können.

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