Quo vadis, Wissensmanagement?

Mit der Digitalisierung ändert sich die Bedeutung von Wissensmanagement. Es eröffnet sich nun die Chance, Demographie und Fachkräftemangel mit praktischen Prozessen zu begegnen. Welche neuen Möglichkeiten gibt es mit Wissensmanagement 4.0? Welches Potential bietet die Verzahnung mit Lernwelten und Kompetenzmanagement? Wo und wie wird das neue Potential positioniert?

Welche Anforderungen Wissensmanagement heute erfüllen muss

Auf der Leitmesse Zukunft Personal 2017 durfte ich der ersten Preis des HR Innovation Award entgegennehmen. Meine Lösung, ein digitales Wissensmanagement mit Lernmanagement und Kompetenzmanagement in einer Einheit zu verbinden, erfüllt nicht nur das Kriterium einer disruptiven Anwendung, sondern wird nach Ansicht der Experten die Basis einer moderner Organisation sein. Wenn Wissen und Lernen die neuen Kernkompetenzen moderner Unternehmen sind, müssen Methode und System in Einklang stehen.

Agile IT-Lösungen und Fehlerkultur

Ein wichtiges Merkmal in der digitalen Zeit ist, dass man Softwarebausteine modular austauschen können muss. Diese Anforderung taucht immer dann auf, wenn man bei dem Wunsch, eine moderne Softwarekomponente einzuführen, auf monolithische Legacy Systeme – wir beispielsweise SAP – stößt. Und weil diese Systeme sehr teuer waren und noch nicht abgeschrieben sind, stehen diese Lösungen für einen Austausch nicht zur Debatte. Dabei geht es nur um kleine Teile, die als Wurmfortsatz an HCM angedockt wurden. Aber die waren eben auch teuer.

Wissensbewusstsein und Kommunikation

Die neuen Möglichkeiten im Wissensmanagement zeichnen sich durch gesteuerte Wissenskommunikation aus. Denn nur das statische Verwalten von Wissen wäre zu einfach. Das Entstehen von Wissen muss gefördert und gesteuert werden. Dies geschieht heute nicht mehr in der einsamen Stube, sondern im Netzwerk durch Wissensdiskussionen, die zu Wissenseinträgen werden. Dabei sind die Rollen aller Beteiligten insgesamt – aber auch projektweise- abzubilden und die Diskussionen zielgerichtet zu forcieren. Beispielsweise, indem eine Führungskraft die Aufgabe an eine Person/ Gruppe vergibt, einen Wissenseintrag zu erarbeiten. Die Kommunikation in modernen Wissensmanagement Systemen erfolgt über 1:1, 1:n oder peer to peer Chats, ganz ähnlich wie in Whatsapp. Denn eine der sichersten Methoden, eine Information zur Sterben zu schicken, ist es, diese als Email zu versenden, statt sie zu teilen. Dies führt im Idealfall dazu, dass das integrierte Chatsystem eine zentrale Rolle im Unternehmen einnimmt, weil alle Beteiligten in einer lernenden Organisation Wissensarbeiter sind. Das bedeutet, dass die meisten Kommunikationsinhalte sich auf den Aufbau und Austausch von Wissen beziehen. Deshalb wird das Wissensmanagement zu einer zentralen Anwendung werden.

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